Die Truppen kamen in das Dorf …

Die Truppen kamen in das Dorf, setzten Schober und Ställe in Brand und drangen ein in jedes Wohngebäude. Es war entsetzlich. Das Vieh schrie in seiner Angst und Not, doch keiner kam zu Hilfe und so verbrannte es unter Qualen. Ausgehungert, wie sie doch waren, dachten die Soldaten in ihrem Zustand nicht an Milch und Fleisch. 

Die, die nichts hatten, flohen in die nahe gelegenen Sümpfe, mit sich ziehend die weinenden, erschrockenen Kinder, nur im Hemd und ohne Schuhe, die klagenden Alten, die aus dem Bett gerissen worden waren und die allesamt weinten und nichts begriffen. Viele andere, wohlhabende Bauern und Handwerker, wurden von den einfallenden Soldaten dabei überrascht, wie sie ihren Besitz aus dem wohlgehüteten Versteck bargen. Man führte sie auf den kleinen Festplatz und unter dem Maibaum fanden sie ihr Ende. 

An diesem Tag war ich eins der Kinder, einer der reichen Bauern und einer der Soldaten. Ich habe geweint und meine Mutter verloren, erst im nächsten Morgengrauen fand ich sie wieder. Aber da lag ich bereits mit den anderen unter dem Maibaum, auf der von Blut schwarzen Erde und den Blick starr zum Himmel gerichtet. Über mich gebeugt stand noch einmal ich selbst, den kurzen, leichten Dolch noch immer in der Hand bewegend. Uns war befohlen worden, Kugeln zu sparen und so hatten wir sie alle mit dem Messer niedergerungen.

Ein Haus am Grunde

Ein Haus am Grunde,
tief unter Wasser.
Ein Tisch voll Krumen
nur für die Fische.
Der Blick nach unten
auf meine Hände,
Der Rand des Bootes


Ich möchte weinen,
wo geht die Zeit hin?
Überschwemmt alles,
wird unbewohnbar.
Ich möchte weinen,
ich möchte heimgehen.
Wo kann ich bleiben?
Gezeiten, Gezeiten


Im Boot, im Kasten,
in trocknen Tüchern:
Kostbare Sammlung
von Instrumenten.
Am Morgen los und
den ganzen Tag lang.
Formen im Wasser,


Ich möchte weinen,


Suche seichte Stellen und steig aus,
taste mit den Füßen auf dem Grund.
Warst Du hier schon einmal unterwegs?
Wie lang ist das her?

Und man erzählt sich
von Meeresgeistern,
die in den Nächten
an Lande schleichen.
Suchende Augen,
mahlende Kiefer,
Fetzen von Worten


Ich möchte weinen …

Ein Haus am Grunde …

Kobold

Ich stelle mir vor, Du zu sein und die Verwandlung ist eine unmittelbare. Schon bin ich dem Blick meiner ursprünglichen Augen entflohen und zwischen zwei Grashalme geschlüpft. Eine Kunst ist das – und eine Lust!
Die Augen des Anderen, der ich erst später wieder sein werde, suchen verdutzt den Boden ab. Suchen im Gras und zwischen den Wurzeln, mit dümmlichem Begehren. Ich lache mein Koboldslachen und freue mich darüber.